Wüstenemirat mit vielseitigen Ambitionen
Das lediglich 11.437 Quadratkilometer umfassende Wüstenemirat Katar zählt dank seiner Erdöl- und Gasressourcen zu den reichsten Ländern der Welt. Doch der ehrgeizige Herrscher von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani, und seine politisch aktive Ehefrau Scheicha Mosa haben noch andere Ambitionen.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Künftig soll der weltgrößte Flüssiggasexporteur auch in Politik, Kultur und eben auch im Sport eine führende Rolle einnehmen. Für Aufsehen sorgten Katars Machthaber bereits mit der Gründung des Nachrichtensenders Al-Dschasira, die einer Revolution in der Medienlandschaft der arabischen Welt gleichkam.
Katar ist zudem bereits Sitz mehrerer Topuniversitäten. In Katars vielseitigem Portfolio findet sich unter anderem ein hochkarätig besetztes Orchester. 2008 wurde in der Hauptstadt Doha zudem das bisher größte Museum für islamische Kunst eröffnet. Auch mit sportlichen Großereignissen will Katar verstärkt punkten. Mit der Fußballweltmeisterschaft wird Katar 2022 Austragungsort des weltgrößten Sportereignisses.
Wachstum von mehr als 20 Prozent
Bei nur etwa 1,7 Millionen Einwohnern hat der Golfstaat dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge das höchste Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf weltweit. Jedes Jahr legt das Land traumhafte Wachstumsraten vor, nach real 9,5 Prozent 2009 werden für 2010 zwischen 18 und 20,5 Prozent erwartet.
Das Wachstum der Wirtschaft wird in den nächsten Jahren durch den WM-Boom noch in die Höhe schnellen, denn es fehlt an allem, was erforderlich ist, um ein derartiges Megaereignis zu stemmen. Nun sollen Nahverkehrssysteme mit U-Bahnen her, Autobahnen, Brücken, Stadien, Unterkünfte und Einkaufszentren.
Um sein Geld weltweit zu mehren, bevorzugt Katar gerade erstklassige europäische Investments. So ist der Golfstaat auch maßgeblich an der Londoner Börse und der Schweizer Großbank Credit Suisse beteiligt. Erst in diesem Frühjahr wurde die Londoner Luxuskaufhausgruppe Harrods für geschätzte 1,8 Milliarden Euro übernommen.
Enge Beziehungen zu USA
Der islamische Staat, der enge Beziehungen zu den USA pflegt, ist Landeskennern zufolge toleranter als beispielsweise Saudi-Arabien und erleichtert damit den internationalen Zuzug. In Hotels wird beispielsweise Alkohol ausgeschenkt. Zudem gibt es keinen Kopftuchzwang für Frauen in der Öffentlichkeit.
Großteils verschont blieb Katar bisher von Terroranschlägen. Zuletzt forderte im März 2005 ein Autobombenanschlag vor einem Theater ein Todesopfer und zwölf Verletzte.
Link: