Neuer Penis: Ärger über Berlusconis Statuen-Ergänzungen

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Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ärgert Kunstexperten in seinem Land. Für eine Venus-Statue im Palazzo Chigi, dem Regierungssitz in Rom, ließ Berlusconi wieder beide Hände anfertigen.

Eine Skulptur des Gottes Mars erhielt wieder den im Laufe der Zeit verloren gegangenen Penis. Die Restaurierung der beiden Statuen aus dem Jahr 175 nach Christus kostete 70.000 Euro und löste helle Empörung unter den Denkmalpflegern in Italien aus, da Korrekturen an Kunstwerken eigentlich verboten sind.

Medien empört über „Schönheitsoperationen“

„Die Schönheitsoperation widerspricht den Regeln der Restaurierung, die Eingriffe verbieten, wenn sie die Echtheit des Kunstwerks verfälschen“, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Die regierungskritische Zeitung bemängelte, dass Berlusconi die Gelder, die für die Restaurierung der beiden Statuen ausgegeben worden seien, besser hätte nutzen sollen. Das Blatt bezog sich auf den jüngsten Einsturz des Gladiatorenhauses im archäologischen Gelände Pompeji, das dringend renovierungsbedürftig ist.