Deutschland hält an Pension mit 67 fest

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die deutsche Bundesregierung hält angesichts steigender Beschäftigungszahlen bei älteren Menschen an einem Pensionseinstiegsalter von 67 fest.

Das Bundeskabinett nahm heute nach Angaben aus Koalitionskreisen einen Bericht von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen entgegen, dem zufolge sich der Anteil der Beschäftigten im Alter von 60 bis 65 Jahren in den letzten zehn Jahren in Deutschland auf 38 Prozent fast verdoppelt hat.

Die deutschen Pensionisten selbst können in den kommenden Jahren mit steigenden Alterseinkommen rechnen. Nach einem zweiten vom Kabinett gebilligten Bericht von der Leyens könnten die Pensionen bis 2024 um durchschnittlich 1,9 Prozent pro Jahr steigen, das wären in 15 Jahren insgesamt fast 30 Prozent.

Ein „Eckrentner“ mit 45 Berufsjahren würde damit seine Pension von derzeit 1.224 Euro im Monat auf 1.584 Euro erhöhen.

Von der Leyen verteidigt Regierungslinie

Von der Leyen forderte im ZDF die Unternehmen erneut auf, ihre Einstellungspolitik zu überdenken und mehr ältere Arbeitnehmer einzustellen oder zu halten. In der Wirtschaft sei ein Umdenken nötig. Dazu gehöre auch eine bessere Gesundheitsvorsorge in den Betrieben. Es gehe um die Kernfrage, wie „interessante, motivierende und kräfteschonende Arbeitsplätze“ für Ältere geschaffen werden könnten, sagte die CDU-Politikerin.

Die Ministerin verteidigte die Pension mit 67, deren Einstieg im Jahr 2012 bevorsteht. Sie wies auch den Vorwurf von Sozialverbänden und Gewerkschaften zurück, die Rente mit 67 sei ein Rentenkürzungsprogramm. Wenn man in Betracht ziehe, dass angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung die Bezugsdauer der Pensionen immer länger werde, laufe dieser Vorwurf selbst unter Berücksichtigung etwaiger Abschläge bei einem früheren Antritt ins Leere.