Acht Raffinerien lahmgelegt
In Frankreich drohen im Zuge der Proteste gegen die Pensionsreformpläne der Regierung Engpässe an den Zapfsäulen. Streikende Arbeiter legten den dritten Tag in Folge einen Großteil der Erdölraffinerien des Landes lahm. Sie blockierten zudem einige lokale Benzindepots.
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Die landesweiten Proteste und Streiks sind vor allem für Autofahrer mittlerweile direkt spürbar. Mehrere Dutzend Tankstellen hatten am Donnerstag nicht mehr genügend Benzin, um die Nachfrage besorgter Autofahrer zu bedienen. Vor den Zapfsäulen bildeten sich lange Warteschlangen. Die Vereinigung unabhängiger Ölimporteure warnte, dass mehr und mehr Tankstellen „trockengelegt“ seien.
„Einige Schätzungen gehen davon aus, dass der Streik die nächsten zwei Wochen weitergehen und zu Produktengpässen führen könnte“, erklärte auch die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch.
Zugänge zu Öllagern blockiert
Nur in einer der zwölf Raffinerien lief am Donnerstag der Betrieb normal. An acht Raffinerien musste der Betrieb nach Gewerkschaftsangaben völlig eingestellt werden, darunter sämtliche Anlagen des Ölkonzerns Total. Zudem blockierten Demonstranten die Zugänge zu Öllagern unter anderem in Bassens im westfranzösischen Departement Gironde, wo sich Präsident Nicolas Sarkozy zu einem Besuch aufhielt. Am wichtigen Mittelmeerhafen Fos Lavera fanden die Arbeitsniederlegungen den 18. Tag in Folge statt.
Die französische Regierung rief zur Ruhe auf. Eine Benzinknappheit sei nicht in Sicht, sagte Verkehrsminister Dominique Bussereau. Er warnte im Fernsehen vor Hamsterkäufen: „Ich sage allen Autofahrern: Füllt eure Tanks nicht vorsorglich und legt keine Vorräte an, denn ihr braucht sie nicht.“
Notreserven werden angezapft
Im Monatsbericht der IEA hieß es, das Land scheine seine Notfallöllager in den von Ausfällen am schlimmsten betroffenen Regionen anzuzapfen und sie mit kommerziellen Reserven aus anderen Landesteilen wieder aufzufüllen. Es sei außerdem damit zu rechnen, dass Frankreich demnächst mehr aus Erdöl gewonnene Produkte aus dem Ausland beziehen werde. Zugleich verwies die IEA auf mögliche Transportprobleme innerhalb Frankreichs.
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