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Großparteien schlecht bei Jungwählern

Junge Frauen machen ihr Kreuz vermehrt bei den Grünen, junge Männer zunehmend bei den Blauen - diesen bundesweiten Trend bestätigte die Landtagswahl in der Steiermark am Sonntag. Auffällig war, dass unter 30-jährige Männer der FPÖ verstärkt ihre Stimme gaben, wenn sie die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen hatten.

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Die Großparteien schnitten bei den Jungwählern unterdurchschnittlich ab, hat Martina Zandonella vom SORA-Wahlteam der APA bestätigt. Die von Zandonella durchgeführte ISA/SORA-Wahltagsbefragung im Auftrag des ORF ergab, dass junge Männer der FPÖ ihre Stimme häufig dann gaben, wenn sie von Personalabbau, Lohnverzicht und Kurzarbeit betroffen waren.

Geschlechterdifferenz bemerkbar

Bei den jungen Wählerinnen hättn hingegen die Grünen „ein gutes Ergebnis“ erzielt, so Zandonella: Während bei den Männern die Blauen an dritter Stelle nach SPÖ und ÖVP lagen, waren es bei den Frauen die Grünen. Von ihnen wählten nur sieben Prozent die FPÖ, im Gegenzug machten gerade einmal sechs Prozent der Männer in diesem Alterssegment ihr Kreuz bei der Öko-Partei.

Der Abstand der Kleinparteien FPÖ (15 Prozent) und Grüne (elf Prozent) zu SPÖ (34 Prozent) und ÖVP (32 ÖVP) war bei den Jungwählern immer noch groß - betrachtet man jedoch die geschlechtsspezifischen Unterschiede, schrumpft diese Differenz: Bei den jungen Männern erreichte die ÖVP den ersten Platz (38 Prozent), gefolgt von der SPÖ (32 Prozent) und dann der FPÖ (23 Prozent). Bei den jungen Frauen lag die SPÖ vorne (35 Prozent), die ÖVP zehn Prozentpunkte dahinter (25 Prozent), gefolgt von den Grünen (17 Prozent).

Trend auch für Wien-Wahl?

In Anbetracht vergangener Landtagswahlen spricht die Expertin von großen regionalen Unterschieden: Während die ÖVP bei den jungen Vorarlbergern sehr gut ankomme, gebe es in der Steiermark immer noch „rote Industriezentren“. Aus den steirischen Daten einen Trend für jene Jungwähler abzuleiten, die in zwei Wochen bei der Wien-Wahl an die Urnen gehen, sei „sehr schwer“, sagt Zandonella - nicht zuletzt, weil in Wien die absolute Mehrheit der SPÖ zur Debatte stehe.

Wahlbeteiligung auf Tiefststand

Bei den diversen Siegesfeiern der Parteien am Sonntag in Graz wurde so gut wie nicht thematisiert, dass die Wahlbeteiligung steiermarkweit auf einem Tiefstand angelangt ist. In manchen Bezirken und Sprengeln der Landeshauptstadt fiel sie auf deutlich unter 50 Prozent.

In Gemeinden, in denen noch bei der Landtagswahl vor fünf Jahren fast 92 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne schritten, waren es nur rund 69 Prozent. Im Jahr 2005 drückten noch drei Viertel (76,18 Prozent) aller wahlberechtigten Steirer an der Urne ihren Willen zur politischen Mitgestaltung aus. Fünf Jahre später wollten das nur noch zwei Drittel (64,22 Prozent) - Tendenz seit Jahren und nahezu allen Wahlgängen fallend.

Wetter diesmal nicht schuld

Die geringe Wahlbeteiligung hatte sich am Sonntag nach Einschätzung erfahrener Wahlbeisitzer schon früh abgezeichnet, obwohl landesweit trübes, kühles Herbstwetter herrschte, das sonntäglichen Aktivitäten im Freien eher nicht förderlich war. Die Zahlen gelten übrigens ohne die rund 60.000 Briefwähler, deren Stimmen erst in einer Woche ausgezählt werden und die rund 6,5 Prozent der Wahlberechtigten ausmachen, von denen aber erfahrungsgemäß nicht alle ihre Stimmzettel auch wirklich abgeben.

Die Wahlbeteiligung in der Landeshauptstadt Graz lag bei 54,61 Prozent. 2005 war sie noch bei 65,39 Prozent gelegen. In keinem einzigen Bezirk kam diese über die 60-Prozent-Marke hinaus. In Eggenberg lag sie gar bei 49,98 Prozent (2005: 61,58), in Wetzelsdorf bei 50,18 Prozent (60,38), in Geidorf 50,04 Prozent (61,71). Im Bezirk Jakomini lag sie bei 45,63 Prozent (57,62), im Arbeiter- und Migrantenbezirk Gries wurde mit 41,35 Prozent (52,68) nur knapp der 40er-Bereich gehalten - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Keine 90-Prozent-Gemeinde mehr

Keine einzige Kommune in der Steiermark hat noch eine Wahlbeteiligung von über 90 Prozent, vor fünf Jahren waren es nicht wenige. Johnsbach im Gesäuse im Bezirk Liezen zum Beispiel hatte 2005 noch eine Wahlbeteiligung von 91,73 Prozent, gestern rasselte sie auf 69,67 Prozent herunter. Knapp 30 Gemeinden können noch eine Wahlbeteiligung über 80 Prozent aufweisen. Als einzige Gemeinde ihre Wahlbeteiligung fast gehalten hat Neudorf bei Passail (Bezirk Weiz) mit 79,76 gegenüber 79,80 Prozent im Jahr 2005.

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