MI5 sieht wachsenden Terror in Nordirland
Der Leiter des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, Jonathan Evans, hat vor einem neuen Aufkeimen des Terrorismus in Nordirland gewarnt. Es gebe die Befürchtung, dass irische Dissidenten Attacken auf Ziele in Großbritannien außerhalb Nordirlands planten, sagte Evans in London.
Die terroristischen Gruppen hätten zwar nicht mehr das Potenzial der Untergrundorganisation IRA, die vor allem in den 1980er Jahren für Angst und Schrecken in Nordirland gesorgt und Hunderten Menschen den Tod gebracht hatte. „Aktivität und Ehrgeiz“ der verbliebenen Gruppen hätten aber in den vergangenen drei Jahren wieder zugenommen, sagte der Geheimdienstchef.
Herausforderung Olympische Spiele 2012
Die Sicherheitskräfte seien mit ihrer Einschätzung falsch gelegen, der Terrorismus werde weiter zurückgehen und schließlich einschlafen. Zuletzt hatte die Splittergruppe „Real IRA“ öffentlich gedroht, britische Banken anzugreifen, weil sie das „koloniale und kapitalistische System“ in Großbritannien finanzierten. Der MI5 werde seine Präsenz in Nordirland wieder verstärken.
Evans betonte auch, die Absicherung der Olympischen Spiele 2012 in London werde eine Herausforderung für die Sicherheit. Er warnte auch vor zunehmender Gefahr durch Al-Kaida-Terroristen. Somalia werde zunehmend zum Rückzugsgebiet für islamistische Terroristen und zeige die gleichen Charakteristika wie einst Afghanistan als „fruchtbarer Boden“ für islamistischen Terror. Die somalischen Al-Schabab-Milizen seien eng mit Al-Kaida vernetzt. Es sei „eine Frage der Zeit“, wann das in Terrorakten in Großbritannien münde.