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Umfangreiche Studie veröffentlicht

In einer 164 Seiten starken Studie warnt die Weltbank vor zunehmenden Spekulationen ausländischer Investoren mit Ackerland in den Entwicklungsländern. Auch wenn laut Weltbank in solchen Transaktionen durchaus positive Aspekte zu finden seien, konnte die Organisation in ihrem lang erwartetem Bericht den Vorwurf des „Neokolonialismus’“ nicht entkräften.

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Nach der Überprüfung der Daten aus 14 Ländern in Afrika, Lateinamerika, Europa und Asien stehe auch für die Weltbank außer Frage, dass der Verkauf von Ackerland für die betroffenen Länder ein „bedeutendes Risiko“ darstelle, weil dabei nicht nur die Rechte der lokalen Bevölkerung missachtet würden, sondern diese auch ihre Lebensgrundlage verlieren könnte. Kritisiert wird vor allem der „Schleier der Verschwiegenheit, der diese Deals oft umgibt“, so Weltbank-Geschäftsführer Ngozi Okonjo-Iweala laut „Financial Times Deutschland“ („FTD“).

Als Negativbeispiele wurden in der Studie Fälle in Sambia und Mosambik genannt. Dort sei bisher lediglich in einem Bruchteil der verkauften Ländereien mit der Bewirtschaftung begonnen worden. Neben geringen Löhnen, die die Investoren den Arbeitern bezahlten, gebe es zudem Beispiele, wo die Landbevölkerung nach Abwicklung der Deals bereits vertrieben worden sei. Darüber hinaus wurde, etwa bei umfangreichen Abholzungen zur Landgewinnung in Brasilien, auch auf Schäden für die Umwelt verwiesen.

„Unvorbereitete Regierungen“

In vielen Fällen sei zudem von den versprochenen Investitionen, die die „unvorbereiteten Regierungen“ mit den Investoren ausgehandelt haben, keine Spur. Vince McElhinny von der Non-Profit-Organisation The Bank Information Center zeigt sich in diesem Zusammenhang laut „BusinessWeek“ resigniert, da es kaum eine Handhabe gegen die zunehmende Landnahme durch die meist staatlichen Investoren gebe.

Geht es nach den Weltbankexperten, müssen die Zielländer künftig potenziellen Landkäufern mehr Bedingungen stellen. Vor den Verkäufen sollen alle Betroffenen konsultiert werden, zudem soll ein transparenter Ablauf abgesichert werden, weswegen von der Weltbank ein Kodex für Staaten und Käufer entwickelt wurde.

Denn: „Wenn alles richtig gemacht wird“, können der Studie zufolge solche Geschäfte durchaus eine Chance auf dringend benötigte Investitionen für die Entwicklungsländer sein.

45 Millionen Hektar

Laut Weltbank wurde allein für 2009 der Verkauf von 45 Millionen Hektar Land registriert, wobei der Hauptfokus derzeit auf afrikanischen Ländern liege. Ein Ende des Booms ist derzeit nicht abzusehen. Vielmehr werde das Interesse an Agrarland weiter zunehmen, so Jürgen Vögele, einer der Studienautoren, laut „FTD“: „Angesichts der Volatilität von Rohstoffpreisen, wachsenden Drucks auf Menschen und Umwelt sowie der Sorgen um Lebensmittelsicherheit wird dieses Interesse weiter steigen.“

Private Großinvestoren

Bereits im Mai zeigte ein Bericht, der in Kooperation zwischen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), dem Internationalen Agrarentwicklungsfonds (IFAD, beide UNO) und dem Internationalen Institut für Umwelt und Entwicklung (IIED) erstellt wurde, dass internationale Investoren willkommen geheißen werden. Neben asiatischen Staaten, Saudi-Arabien und den arabischen Emiraten spielen demnach auch private Großinvestoren aus der EU und den USA eine Rolle.

Dieser Trend verschärfte sich vor allem nach einem Versuch der südkoreanischen Firma Daewoo Logistik 2008, sich günstiges Land in Madagaskar zu sichern. Dieser Vorstoß führte damals in dem afrikanischen Land zu einem Aufstand. Handlungsbedarf ortet das globale Umweltschutznetzwerk Friends of the Earth International (FOEI) unterdessen auch bei der EU-Kommission, da im Weltbankbericht auch der Förderung biologischer Treibstoffe in der EU eine „tragende Rolle“ bei den Ackerlandkäufen zugerechnet wird.

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