Rohstoffe sichern
China baut schon seit längerem sein Engagement in Afrika aus und verlegt zunehmend auch Produktionsstätten auf den Kontinent. Dieser „Marshallplan“ Chinas soll eine stabile Infrastruktur ermöglichen und neue Absatzmärkte schaffen - und stieß damit auf Unterstützung bei der Weltbank. Denn auch durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze soll die Kaufkraft laut Plan in der Region gesteigert werden.
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Für die Milliarden-Investitionen sichert sich China den Zugriff auf Afrikas Rohstoffe. So modernisiert China etwa die nigerianische Ölindustrie. Die staatliche Construction Engineering Corporation (CSCEC) baut drei Raffinerien und eine petrochemische Anlage zur Herstellung von Erdölprodukten. Investiert werden umgerechnet 18,25 Milliarden Euro. Nigeria will dadurch unabhängiger von Importen werden, China hat schon länger ein Auge auf die Erdölvorräte Nigerias geworfen.
Auch im landwirtschaftlichen Sektor fasst China - nicht zuletzt, um die Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen - in Afrika Fuß. Laut dem französischen JournalduNet hat China rund drei Millionen Hektar Fläche in Afrika in Besitz oder Pacht.
Geld ohne lästige Fragen
Allerdings herrschen auch Skepsis und die Angst, dass China mit seinem Expansionsvorstoß afrikanische Produktionen durch die chinesische Konkurrenz in Bedrängnis bringt. Immer wieder geriet Chinas Engagement in die Kritik, weil soziale Standards nicht eingehalten und mit dem chinesischen Geld Diktaturen und deren Waffengeschäfte unterstützt werden. Über 35 afrikanische Staaten erhalten Geld aus China. Die fehlende Transparenz dieser Geldflüsse wird häufig kritisiert, denn über Höhe und Verwendung der Zahlungen ist laut Weltbank wenig bekannt.
Empörung erntete etwa im Herbst vergangenen Jahres das sieben Milliarden Dollar umfassende Rohstoffgeschäft mit dem Militärregime in Guinea, wo Soldaten erst im September 157 Demonstranten erschossen hatten, die Demokratie und Bürgerrechte gefordert hatten. Doch so mancher afrikanische Staatschef mit zweifelhaften Regierungsmethoden dürfte die chinesischen Geschäftspartner gerade deshalb westlichen Investoren vorziehen: Keine lästigen Fragen nach Menschenrechten, keine Forderung nach guter Regierungsführung.
„Herr der Rohstoffe“
Der Zugang Chinas zu Rohstoffen könnte für andere Staaten zunehmend zum Problem werden. „Die Chinesen werden immer mehr zu den Rohstoffherren dieser Welt“, sagte der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf. Kritisch könnte es vor allem bei Lithium, Kobalt und Kupfer werden. China ist da etwa im Kongo beim Abbau von Kupfer und in Guinea mit der Förderung von Bauxit an vorderster Front dabei.
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