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Harte Männer und ihre Mission

„Sie sind harte Jungs aus dem echten Leben“: So bezeichnet Sylvester Stallone sein hochkarätiges Ensemble im neuen Action-Blockbuster „The Expendables“. Weil der „Rocky“- und „Rambo“-Star von Superhelden in Ganzkörperkostümen und Zauberkräften wenig hält, hat er für den Film „ganz altmodische Helden aus Fleisch und Blut“ zusammengetrommelt.

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Die Besetzungsliste liest sich tatsächlich wie ein „Who is Who“ der Action-Kinogeschichte: Stallone, Dolph Lundgren, Mickey Rourke, Jet Li, Jason Statham, Eric Roberts, Randy Couture, Steve Austin und in Gastauftritten Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger. Und sie alle konzentrieren sich ohne Umschweife darauf, womit sie reich und berühmt geworden sind: Schlagen, Stoßen, Schießen und Stechen.

Auch moderne Special Effects hat Stallone, der nicht nur in der Hauptrolle zu sehen ist, sondern auch als Regisseur und Autor maßgeblich für die Entstehung des Films verantwortlich ist, nicht nötig. Er besinnt sich auf die pure 1980er-Jahre-Gewalt, in dem er minutenlange Kampfszenen nicht durch unnötige Dialoge oder die ohnehin nur rudimentär vorhandene Handlung unterbrechen lässt.

Szenenbild: Barney Ross (Sylvester Stallone)

Twentieth Century Fox

Stallone als Anführer der „Expendables“

Wenig Handlung, viel Explosionsstoff

Eine Gruppe von Söldnern, genannt die „Expendables“, haben einen neuen Auftrag - erhalten von einem CIA-Agenten gespielt von Bruce Willis: Sie sollen einen grausamen Diktator stürzen. Barney (Stallone) führt die Truppe an, die dafür sorgen soll, dass es von nun an einen gewählten Präsidenten geben wird. Um sich auf die Regimeinsel einzuschleusen, verkleiden sich die Haudegen wenig subtil als Ornithologen, die schwer bewaffnet schnell das 200-köpfige Heer des Diktators dezimieren.

„The Expendables“ verschleiert keine Sekunde, was es ist: eine Testosteron-Produktion, die sich nicht damit aufhält, die Kampfhandlungen „steril“ zu zeigen oder moderne technische Accessoires zu verwenden. Es fließt und spritzt Blut, manchmal fliegen ganze Körperteile durch und halbe Ortsteile in die Luft. Für Abwechslung sorgt das umfangreiche Waffenarsenal bzw. die ausgereiften Kampfkünste der Söldner - einmal prügelt sich das Team untereinander im altmodischen Faustkampf, dann nehmen sie gemeinsam den Feind unter Maschinengewehrbeschuss. Und eine Frau gibt es natürlich auch zu retten.

Szenenbild: Yin Yang (Jet Li)

Twentieth Century Fox

Jet Li bei einer wilden Verfolgungsjagd

Für einen ganz kurzen Gastauftritt konnte Stallone auch den kalifornischen Gouverneur Schwarzenegger gewinnen, der im Anzug gar nicht erst den Eindruck vermittelt, bei den Schlägereien und Schießorgien mitmischen zu wollen. Angesichts dieser Kampfesunlust fragt Willis, der ihn als Söldner anheuern will: „Was ist sein Problem?“ - „Er will Präsident der Vereinigten Staaten werden“, witzelt daraufhin Stallone.

In die Jahre gekommene Action-Stars

Auch Rourke hält sich als Tätowierer bei den Gewaltorgien nobel zurück und gibt den Geläuterten, der trotz romantischer Ader keine Chance bei Frauen hat. In seinen Zweierszenen mit Stallone blitzt für Sekunden eine melancholische Stimmung auf - und der Zuschauer bekommt eindrucksvoll Gelegenheit, zwei chirurgisch bis zum Anschlag gestraffte Gesichter zu vergleichen.

Die „Expendables“ sind zweifellos in die Jahre gekommene Action-Stars. Helden dieses Genres sind normalerweise durchtrainiert und alterslos, definitiv aber jünger als Stallone, Rourke und Co. heute. Die All-Star-Riege gleicht dieses „Manko“ bei Fans aber mühelos durch ihre legendären Rucksäcke an Kampfgeist und -erfahrung wieder aus, wie die Besucherzahlen in den USA eindrucksvoll beweisen.

Sophia Felbermair, ORF.at

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