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SEC: Dell manipulierte Bücher jahrelang

Ein gutes Beispiel für Bilanztricksereien und Kursmanipulation durch Lügen gegenüber den Investoren ist der Computerhersteller Dell: Der Konzern wurde Ende Juli zu einer 100-Millionen-Dollar-Strafe (78 Mio. Euro) verdonnert. Bei der Hauptversammlung rächten sich die Aktienbesitzer an Firmenchef Michael Dell.

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„Dell hat seine Buchhaltung über einen langen Zeitraum manipuliert“, sagte Ermittler Christopher Conte von der US-Börsenaufsicht SEC. Intel hatte den Computerhersteller dafür bezahlt, dass er die Prozessoren des Chip-Primus bevorzugt in seine Rechner einbaut. Diese Gelder buchte der Computerhersteller nach den Ermittlungen der SEC als normalen Umsatz, ohne es jemals bekannt zu machen.

Nur dadurch sei es Dell gelungen, seine Gewinnziele zu erreichen, bemängelte die SEC. Nachdem die Gelder weggefallen seien, habe Dell es wiederum versäumt, seine Anleger über die wahren Gründe der sinkenden Gewinne aufzuklären.

Falsche Angaben

Die SEC listete die Verfehlungen detailliert auf: 2003 hätten die Intel-Zahlungen zehn Prozent des operativen Gewinns ausgemacht. Der Anteil sei auf bis zu 76 Prozent im ersten Quartal 2007 angewachsen. Als Dell ankündigte, auch Prozessoren des kleineren Herstellers AMD einzusetzen, habe Intel seine Zahlungen gekürzt - der Gewinn sei gefallen. Dell habe den Börsianern aber erzählt, der Grund für die schlechteren Ergebnisse seien Preissenkungen gewesen.

Kein Schuldeingeständnis

Eine Schuld räumte Dell nicht ein, was dem Firmenchef selbst eine Vier-Millionen-Dollar-Strafe einbrachte. „Wir sind erfreut, diese Angelegenheit erledigt zu haben“, sagte Michael Dell. Neben dem aktuellen Firmenchef muss auch sein Vorgänger Kevin Rollins eine Strafe von vier Millionen Dollar zahlen. Ex-Finanzchef James Schneider muss drei Millionen Dollar an die Staatskasse überweisen. Der Konzern hat allerdings bereits vorgesorgt und Geld zurückgelegt.

Misstrauen der Aktionäre

Bei der jüngsten Dell-Hauptversammlung bekam der Firmengründer die Wut der Aktionäre zu spüren. Jeder vierte Anteilseigner stimmte dagegen, dass Dell wieder in den Vorstand einzieht. Er schnitt damit unter allen elf Mitgliedern am schlechtesten ab.

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