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Vertriebenes Architekturgenie

Josef Frank gilt als einer der wichtigsten Architekten und Designer des 20. Jahrhunderts. Die von ihm gestalteten Einrichtungsgegenstände und Textilwaren zählen zu den Klassikern des europäischen Designs und werden auch heute noch geliebt und geschätzt.

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Die Erfolgsgeschichte Josef Franks nahm ihren Ausgangspunkt im Wien der letzten Jahrhundertwende. Wien wurde zu dieser Zeit von verschiedensten Kulturen - nicht zuletzt von der jüdischen - stark beeinflusst und war Kristallisationspunkt intellektueller und kultureller Kreativität. In Baden 1885 geboren, ging Frank nach Wien, um bei Carl König an der Technischen Hochschule Architektur zu studieren.

Josef Frank ließ bald das traditionell orientierte Werk seines Lehrers hinter sich und wurde zum Vertreter einer kritischen Moderne. Wie viele seiner Mitstreiter kam Frank aus dem assimilierten jüdischen Bürgertum. Um 1913 realisierte er seine ersten Einfamilienhäuser, und 1925 gründete er mit Oskar Wlach das Einrichtungshaus „Haus und Garten“. Frank war Verfechter der „Siedlerbewegung“. Von 1930 bis 1932 wurde unter Franks Leitung die Wiener Werkbundsiedlung errichtet.

Emigration nach Stockholm und die USA

Frank emigrierte, getrieben vom steigenden antisemitischen Hass in Österreich, mit seiner schwedischen Ehefrau Anna 1933 nach Stockholm, wo er vor allem Möbel und Stoffe entwarf. Im Alter von fast fünfzig Jahren wurde Frank von Estrid Erikson ein Designerposten bei Svenskt Tenn angeboten. Franks Zusammenarbeit mit Erikson sollte eine lebenslange und für seinen Erfolg entscheidende werden. Als Norwegen und Dänemark von Nazi-Deutschland besetzt wurden, verließen die Franks Europa, um in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten. Mit dem Ende des Krieges 1946 kehrten sie nach Schweden zurück.

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