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Ungewöhnliche Bestattungsarten

Die Entscheidung für den letzten Weg war bisher einfach: Beerdigung oder Einäscherung. Doch die heimischen Bestattungsunternehmen erwiesen sich in den letzten Jahren als äußerst erfinderisch, und mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie der irdische „Weiterbestand“ nach dem Tod aussehen kann.

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Eine ganz spezielle Art der „Bestattung“ bietet das Schweizer Unternehmen „Algordanza“ (rätoromanisch für „Erinnerung“) mit einer Zweigstelle in Dornbirn. Sie verarbeiten den Toten in einen Diamanten. Im Herstellungsverfahren wird die vorbehandelte Asche des Toten mehrere Wochen lang bei einer Temperatur von bis zu 2.500 Grad unter einem Druck von bis zu 60.000 Bar gepresst. Am Ende entsteht ein einmaliger, unverwechselbarer und in der Regel blauer Diamant.

Aufgrund der verschiedenen Umwelteinflüsse sowie der Ess- und Trinkgewohnheiten der Verstorbenen ist der Blauton des Diamanten von Mensch zu Mensch verschieden.

Letzter Flug zu den Sternen

In der Steiermark können Tote eine Reise ins Weltall machen - zumindest ein kleiner Teil von ihnen. Nach einer konventionellen Feuerbestattung wird ein Teil der Asche zusammen mit anderen Urnen mittels Rakete in den Weltraum gebracht. In der Regel findet nur einmal im Jahr ein Start statt. Die Kosten für eine Weltraumbestattung liegen bei rund einer halben Million Euro, so das Grazer Bestattungsinstitut Alpha. Jährlich gebe es maximal zwei potenzielle Kunden, deren Interesse aufgrund der Kosten aber rasch erlischt.

Verabschiedung in der Himmelsspirale

Zu einem regelrechten „Event“ wird ein Begräbnis in der Himmelsspirale. Die erste dieser energetischen Urnenanlagen befindet sich seit September 2007 auf dem Grazer Zentralfriedhof. Spiralförmig angelegte weiße Kieswege führen zu einem Kraft- und Energieplatz in der Mitte der Himmelsspirale, der zur Verabschiedung genutzt werden kann. Dabei wird dem Bedürfnis nach Individualität und Persönlichkeit Rechnung getragen: Drei Standardrituale können erweitert und adaptiert werden, etwa hinsichtlich Musik und Kleidung.

Bleibende Erinnerung

Aufbahrungen erfreuen sich vor allem in den USA großer Beliebtheit. Nun erreichte dieser Trend auch Österreich. Die Bestattung Wien bietet dafür die Thanatopraxie an. Dabei werden dem Körperblut bestimmte Substanzen beigemischt, so wird der Verfallsprozess bis zu einer Woche lang hinausgezögert. Wer nicht nur den Anblick als letzte Erinnerung behalten will, kann sich auf Wunsch auch eine Totenmaske und eine Handplastik angefertigten lassen. Die beiden lebensechten Erinnerungsstücke an den Toten werden auf einem Polster gebettet in einer Glasschatulle überreicht.

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