Kirche: Austritte in Landeshauptstädten mehr als verdoppelt

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Die Zahl der Kirchenaustritte hat sich in den acht Landeshauptstädten (ohne Wien) im ersten Halbjahr gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres mehr als verdoppelt. In diesen Städten verabschiedeten sich heuer bereits 8.647 Katholiken von der Kirche, im ersten Halbjahr 2009 waren es noch 3.947.

Diese Zahlen berichtete der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf Angaben der Bezirksverwaltungsbehörden. Die katholische Kirche hat sich nach den Missbrauchsskandalen bezüglich der Austrittszahlen ein Schweigegelübde verordnet und will - wie berichtet - die Statistik entgegen der bisherigen Praxis im August nun erst im nächsten Jänner veröffentlichen.

Keine Daten aus Wien

Als einzige Landeshauptstadt Österreichs gab der Magistrat Wien keine Kirchendaten preis. Den Trend gibt es laut Experten aber nicht nur in Wien, sondern auch im ländlichen Raum. Schätzungen zufolge dürften laut „Standard“ in Österreich im ersten Halbjahr insgesamt über 57.000 Menschen der römisch-katholischen Kirche den Rücken gekehrt haben.