Korruption als Hauptproblem
Das von vielen Touristen besuchte ostafrikanische Kenia gilt einerseits als eines der stabilsten Länder der Region, andererseits gehört es aber zu den korruptesten Staaten der Welt. Das Land grenzt an Tansania, Uganda, den Sudan, Äthiopien, Somalia und den Indischen Ozean. Der 582.000 Quadratkilometer große Staat am Äquator ist etwa so groß wie die Iberische Halbinsel.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die Organisation Transparency International weist Kenia mit Platz 146 von 180 Ländern als einen der korruptesten Staaten der Welt aus. Präsident Mwai Kibaki hatte 2003 die als korrupt verrufene Regierung unter Daniel Arap Moi abgelöst. Inzwischen wird auch Kibaki Vetternwirtschaft vorgeworfen.
40 verschiedene Volksgruppen
Die frühere britische Kolonie ist seit 1963 unabhängig und hat rund 31,5 Millionen Einwohner. Die größten unter den rund 40 Volksgruppen sind die Kikuyu (22 Prozent), die Luhya (14 Prozent), die Luo (13 Prozent), die Kalenjin (zwölf Prozent) und die Kamba (elf Prozent). Die Massai sind Kenias bekannteste ethnische Gruppe und werden am häufigsten auf Touristenfotos abgebildet. Sie stellen etwa 1,6 Prozent der Bevölkerung. Das Stammesbewusstsein im Land sitzt tief, und besonders rund um Wahlen kam es immer wieder zu Unruhen. Etwa 70 Prozent der Einwohner bekennen sich zum Christentum, 20 Prozent sind Muslime.
Tourismus als Haupteinnahmequelle
Kenia gilt als das industriell am besten entwickelte Land Ostafrikas. Die Industrie verarbeitet vor allem Agrarprodukte. Der Tourismus ist der zweitgrößte Devisenbringer. Neben den Stränden am Indischen Ozean sind Wildreservate wie Tsavo und Masai-Mara Attraktionen für Besucher. Nach einem Anschlag auf ein Hotel im November 2002 in Mombasa und Terrorwarnungen nach den Unruhen im Jahr 2008 ging der Tourismus zurück, erholte sich aber bald wieder. Pro Jahr erwirtschaftet die Branche nach eigenen Angaben umgerechnet rund 600 Millionen Euro.
Unruhen trafen Land schwer
Mit den blutigen Unruhen nach den umstrittenen Präsidentenwahlen Ende 2007 fand sich auch die Wirtschaft des Landes im freien Fall. Zwei Monate lang stand das Urlaubsparadies, das bis dahin stets als Pfeiler der Stabilität in einer sonst unruhigen Region galt, am Rand eines Bürgerkriegs. Handel und Transportwesen waren schwer getroffen, es mangelte an Treibstoff, Lebensmittel wurden knapp, und vor allem die armen Kenianer litten unter drastischen Preissteigerungen.
Auf den Teeplantagen und in der verarbeitenden Industrie im Westen und in der Zentralregion Kenias fehlten Zehntausende Arbeiter, die wiederum ohne Arbeit und Geld in Flüchtlingslagern nicht einmal das Notwendigste zum Leben haben. Die Verluste der Teeindustrie, neben dem Tourismus die wichtigste Einkommensquelle Kenias, beliefen sich auf mehr als 100 Millionen Euro. Mitgezogen wurden Uganda, Ruanda, Burundi und Kongo, die einen großen Teil von Importgütern wie auch Öl über den kenianischen Hafen Mombasa erhalten.
Links: