Themenüberblick

Formale Kriterien erfüllt

Popstar Wyclef Jean will nach Informationen des US-Senders CNN Präsident seines Heimatlandes Haiti werden. Der 37-Jährige wolle seine Kandidatur für das Präsidentenamt am Donnerstag in der CNN-Show „Larry King Live“ offiziell ankündigen, berichtete der Nachrichtensender unter Berufung auf eine Quelle im engeren Umfeld des Musikers.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Jean habe laut CNN bereits alle nötigen Formalitäten erledigt und sei bereit für eine Kandidatur. Die offizielle Deadline dafür ist am Samstag, die Wahlen sind für November geplant. Die Sprecherin Jeans, Cindy Tanenbaum, wollte die Gerüchte über die Kandidatur nicht bestätigen, verwies aber auf die „Bekanntgabe“ am Donnerstag, über deren Inhalt sie nicht informiert sei.

Jean, Mitglied der inzwischen aufgelösten Hip-Hop-Gruppe The Fugees und erfolgreicher Solomusiker, gab in der vergangenen Woche in Interviews an, er würde die Kandidatur sehr sorgfältig überlegen und mit seiner Frau Claudinette und seiner Tochter Angelina beraten. „Als Familie müssen wir entscheiden, was wir machen werden. Es ist ein großes Opfer“, bekannte Jean gegenüber der Agentur Reuters.

Hilfe beim Wiederaufbau Haitis

Der Musiker ist in Haiti geboren, aber als Kind mit seiner Familie in die USA ausgewandert. Er besitzt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Jean engagiert sich seit längerem für Haiti, das ärmste Land des amerikanischen Kontinents, dazu arbeitet er auch in der Stiftung Yele Haiti mit. Nach dem Erdbeben, bei dem mehr als 220.000 Menschen ums Leben kamen, setzte sich Jean besonders für Hilfe und den Wiederaufbau des Landes ein. Jean ist in seinem Geburtsland, in dem die Hälfte der Bevölkerung jünger als 21 Jahre ist, auch als Musiker sehr populär.

Seine mögliche Kandidatur sorgte für Aufsehen im Land und Panik unter den Machthabern und Politikern aller Fraktionen in Haiti. Sie befürchten, dass Jeans Popularität und finanzielle Ressourcen ihm einen Wahlkampf ermöglichen würden, gegen den sie keine Chance hätten. „Ich denke, wenn Wyclef antreten darf, wird er die Wahl klar gewinnen“, erklärte ein ehemaliger Präsidentschaftskandidat - eine Ansicht, die auch Analysten teilen.

Jean wäre nicht der erste Musiker, der in Lateinamerika in die Politik strebt. Salsa-Star Ruben Blades war von 2004 bis 2009 Tourismusminister seines Heimatlandes Panama. Dort hatte er 1994 schon für das Präsidentenamt kandidiert und den dritten Platz belegt. Der Musiker Gilberto Gil war von 2003 bis 2008 brasilianischer Kulturminister.

Links: